Medizinische Wirkstoffe rund um Haut, Haar und Alterung.
Diese Rubrik erklärt, wie ausgewählte Arzneistoffe wirken und wie belastbar die Datenlage dazu ist. Sie ersetzt kein ärztliches Gespräch und enthält bewusst keine Angaben zu Dosierung oder Anwendung.
Wirkstoffe zum Auftragen.
Einige der wirksamsten Substanzen in der Hautmedizin sind verschreibungspflichtig — und unterscheiden sich dadurch grundlegend von kosmetischen Produkten.
Tretinoin und verwandte Retinoide
Verschreibungspflichtige Vitamin-A-Säure. Am besten belegter Wirkstoff bei Akne und lichtbedingter Hautalterung. Streng kontraindiziert in der Schwangerschaft.
Evidenzlage: Stark
Azelainsäure
Wirkt entzündungshemmend und aufhellend. Eingesetzt bei Rosazea, Akne und Pigmentflecken. Gut verträglich, auch in der Schwangerschaft meist möglich — die Entscheidung trifft die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.
Evidenzlage: Moderat
Wirkstoffe gegen Pigmentflecken
Substanzen wie Hydrochinon oder Tranexamsäure können Pigmentstörungen mindern. In der EU teils verschreibungspflichtig, mit begrenzter Anwendungsdauer und regelmäßiger ärztlicher Kontrolle.
Evidenzlage: Moderat
Wirkstoffe zum Einnehmen.
Systemische Medikamente wirken im gesamten Körper. Nutzen und Risiken müssen deshalb individuell abgewogen werden — das ist ohne ärztliche Untersuchung nicht möglich.
Isotretinoin
Sehr wirksam bei schwerer Akne. Stark fruchtschädigend, daher an ein verpflichtendes Schwangerschaftsverhütungsprogramm und engmaschige Kontrollen gebunden.
Evidenzlage: Stark
Medikamente bei Haarausfall
Minoxidil und Finasterid sind bei erblich bedingtem Haarausfall am besten untersucht. Finasterid ist für Frauen im gebärfähigen Alter nicht geeignet; mögliche Nebenwirkungen gehören ins Aufklärungsgespräch.
Evidenzlage: Stark
Hormonell wirksame Therapien
Bei hormonell mitbedingter Akne oder Haarausfall kommen hormonell wirksame Präparate infrage. Auswahl und Eignung hängen stark von der individuellen Situation ab.
Evidenzlage: Moderat
Die Einstufung ist eine bewusst vereinfachte Orientierung. Sie beschreibt, wie belastbar die veröffentlichte Datenlage für die jeweilige Hauptanwendung ist — nicht, wie gut eine Behandlung im Einzelfall wirkt. Details stehen jeweils im zugehörigen Artikel.
Was hier bewusst nicht steht.
Diese Seite nennt keine Dosierungen, keine Anwendungsschemata und keine Empfehlungen für den Einzelfall. Solche Angaben lassen sich ohne Kenntnis von Vorerkrankungen, weiteren Medikamenten, Laborwerten und Lebenssituation nicht verantworten.
Ziel ist ein anderes: Du sollst verstehen, worüber im ärztlichen Gespräch gesprochen wird — und welche Fragen sich zu stellen lohnen. Die Entscheidung selbst gehört in die Sprechstunde.
Beiträge in dieser Kategorie
Hier erscheinen in Kürze die ersten Beiträge.